Text
Saskia Wendt
Lektorat
Carla Klocke
Gregor Hagedorn
Review
Hartmut Graßl
Anne Krings
Illustration
Laura Neuhäuser
2040 – Wir haben schon viel erreicht
Im Jahr 2040 ernten wir die Früchte mutiger Entscheidungen für eine nachhaltige Zukunft. Unser Ernährungs- und Landwirtschaftssystem hält die Sektorziele zur Reduktion der Treibhausgasemissionen – ein entscheidender Beitrag, um die Erderwärmung entsprechend des Klimaabkommens von Paris wesentlich unter 2,0 °C zu begrenzenUnited Nations. 2015: Paris Agreement. Verfügbar unter: https://unfccc.int/files/essential_background/convention/application/pdf/english_paris_agreement.pdf (Zugriff am: 25.05.2025).. Was einst als ambitionierte Vision galt, ist heute gelebte Realität.
Die Transformation beginnt bereits in Kitas und Schulen, wo Kinder inzwischen bei kostenfreien, gesunden Mahlzeiten sowie begleitende Ernährungsbildung im Unterricht ganz selbstverständlich lernen, wo Lebensmittel herkommen und wie eine gesunde Ernährung aussieht. Eine überwiegend pflanzliche Ernährung hat sich nach und nach in allen Bevölkerungsgruppen etabliert, wodurch die ernährungsbedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland um 75 % und die vorzeitige Sterblichkeit um bis zu 20 % im Vergleich zu 2010 sanken. Das verhindert inzwischen bis zu 177.000 vorzeitige Todesfälle durch ernährungsmitbedingte Erkrankungen jährlichSpringmann, D. M. 2023. Towards healthy and sustainable diets in Germany. An analysis of the environmental effects and policy implications of dietary change in Germany. Umweltbundesamt. Springmann, M., Clark, M. A., Rayner, M., Scarborough, P., & Webb, P. 2021. The global and regional costs of healthy and sustainable dietary patterns: A modelling study. The Lancet Planetary Health, 5(11), e797–e807. https://doi.org/10.1016/S2542-5196(21)00251-5.
Die Landwirt:innen bewirtschaften nun fast ein Drittel der Flächen ökologisch und erhalten dank fairer Marktbedingungen angemessene Preise. Die Wiedervernässung von Mooren und die artgerechte Tierhaltung reduzierten die landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen um mehr als 60 %Agora Think Tanks. 2024. Klimaneutrales Deutschland: Von der Zielsetzung zur Umsetzung (Studie). Agora Energiewende. Abgerufen am 19. Juli 2025 https://www.agora-energiewende.de/publikationen/klimaneutrales-deutschland-studie. Die Artenvielfalt kehrt sichtbar in unsere Kulturlandschaft zurück.
In den Supermärkten und Discountern dominieren heute Produkte auf der Basis pflanzlicher Proteine in den Auslagen. Innovative Nudging-Konzepte, die uns in Richtung von gesünderen und nachhaltigen Ernährungsentscheidungen „stupsen“, und eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung machen die gesunde Wahl einfach. Die Lebensmittelverschwendung ist entsprechend der „Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ durch politische Rahmengebung und Dialogforen, effizientere Verarbeitungstechniken, die Abgabe und Weiterverarbeitung genießbarer Lebensmittel sowie durch Verbraucher:innen-Kampagnen wie „Zu gut für die Tonne“ oder Informationen über Soziale Medien und Apps, halbiertBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). 2025: Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Verfügbar unter: https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittelverschwendung/strategie-lebensmittelverschwendung.html (Zugriff am: 24.05.2025)..
Nudging: Frei übersetzt ins Deutsche als „anstupsen“, bietet Nudging eine Möglichkeit, die Umgebung einer Person so umzugestalten, dass Entscheidungen eher in eine bestimmte Richtung getroffen werden. Nach Thaler und SunsteinThaler, R.H. & Sunstein, C.R. 2008: Nudge: Improving Decisions on Health, Wealth and Happiness. Yale University Press, New Haven. muss der Nudge so ausgestaltet sein, dass andere Wahlmöglichkeiten nicht eingeschränkt werden, umgangen werden kann und keinem wirtschaftlichen Interesse, sondern dem Wohl des Individuums oder der Gemeinschaft dient. Zum Beispiel ist ein gesundheitsförderlicher Nudge, wenn in einer Kantine Obst und Gemüse am Anfang der Ausgabe stehen, da durch den noch leeren Teller die Wahrscheinlichkeit steigt, dass diese Speisenkomponenten eher und in größerer Portion gewählt werden.
Ärzt:innen beraten ihre Patient:innen klimasensibel und zeigen die positiven Effekte nachhaltiger Ernährung auf. Die anfänglichen Investitionen in unser Ernährungssystem rechnen sich heute durch vermiedene Gesundheits- und Umweltkosten. Politische Instrumente wie die steigende CO2-BepreisungBundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE). 2023: Der CO2-Preis: Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Verfügbar unter: https://www.energiewechsel.de/KAENEF/Redaktion/DE/Dossier/co2-preis.html (Zugriff am: 25.05.2025) und eine sozial ausgewogene Mehrwertsteuerreform ermöglichen diese Transformation.
Das Konzept der klimasensiblen Gesundheitsberatung für Hausarztpraxen ist aus einem Gemeinschaftsprojekt der Institute für Allgemeinmedizin der Unikliniken Würzburg und Hamburg, zusammen mit weiteren Institutionen entstanden. Klimasensible Gesundheitsberatung bedeutet, dass Hausärzt:innen in ihrer täglichen Praxis Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Gesundheit berücksichtigen – sowohl in der Beratung als auch in der Behandlung ihrer Patient:innen. Dies kann explizit geschehen, indem Ärzt:innen beispielsweise die doppelten Vorteile von Radfahren (gesund und klimafreundlich) ansprechen oder klimafreundliche Medikamente verordnen, aber auch implizit durch entsprechende Behandlungsentscheidungen. Hauptherausforderung ist die fehlende Ausbildung der Ärzt:innen im Bereich Klima und Umwelt, der Zeitmangel im Praxisalltag und die unterschiedliche Einstellung der Patient:innen zu der Thematik. Aus dem Projekt ist ein Leitfaden entstanden, der Ärzt:innen bei der Integration dieses wichtigen Themas helfen soll.Hansen, H., Mews, C., Schwienhorst-Stich, E.-M., Schubert, S., Zirkel, J., Baum, T. N., Bürck-Gemassmer, M., Charrier, F., Griesel, M., Griesel, S., Herrmann, A., Kühlein, T., Mezger, N. C. S., Schmid, J., & Quitmann. 2024: Leitfaden zur klimasensiblen Gesundheitsberatung für die hausärztlichen Praxen. Version vom 14. August 2024. Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Zentrum für Psychosoziale Medizin Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin & Universitätsklinikum Würzburg – Institut und Poliklinik für Allgemeinmedizin. Abgerufen 19. Juli 2025, von https://www.med.uni-wuerzburg.de/fileadmin/0300-planetaregesundheit/2024/KSGB_Leitfaden_Version_1.0_01.pdf
Was wir bis heute gemeinsam erreicht haben, motiviert uns, die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem vollständig nachhaltigen Ernährungssystem zu gehen.
Die Maßnahmen die uns auf den Weg brachten
Der Weg zu einem nachhaltigen Ernährungssystem wurde durch ein kluges Zusammenspiel politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Maßnahmen ermöglicht, die gesunde und nachhaltige Ernährungsumgebungen in den Mittelpunkt stellteWBAE – Wissenschaftlicher Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz beim BMEL. 2020. Politik für eine nachhaltigere Ernährung: Eine integrierte Ernährungspolitik entwickeln und faire Ernährungsumgebungen gestalten. Kurzfassung des Gutachtens. Juni 2020. Abgerufen 19. Juli 2025, von https://www.bmleh.de/SharedDocs/Archiv/Downloads/wbae-gutachten-nachhaltige-ernaehrung-kurzfassung.pdf?__blob=publicationFile&v=2 Hanke, G.; Brunn, C.; Jägle, J.; Jánszky, B.; Meier, J.; Mering, F. v.; Quack, D.; Wolff, F. 2023. Bausteine für die Transformation zu einem nachhaltigen Ernährungssystem – Inputpapier für den STErn-Workshop am 21. März 2023. Berlin: Ecologic Institut (Im Auftrag des Umweltbundesamts). Abgerufen 19. Juli 2025, von https://www.ecologic.eu/sites/default/files/publication/2023/50029-STErn-Inputpapier-Transformation-des-Ernaehrungssystems.pdf Agora Agrar. 2024. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Ernährung in einer klimaneutralen EU. Abgerufen 27. Januar 2025, von https://www.agora-agrar.de/fileadmin/Projects/2024/2024-09_EU_Agriculture_forestry_and_food_in_a_climate_neutral_EU/AGR_343_Land-use-study_Zusammenfassung_DE_WEB.pdf
. Zentral war die Neuausrichtung der EU-Agrarsubventionen nach dem Prinzip „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“, die nicht mehr die Fläche, sondern Tierwohl und ökologische Landwirtschaft förderte[8].
01 – Wissenschaftlicher Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz. 2020. Politik für eine nachhaltigere Ernährung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. https://www.bmleh.de/SharedDocs/Archiv/Downloads/wbae-gutachten-nachhaltige-ernaehrung-kurzfassung.pdf?__blob=publicationFile&v=2
02 – Umweltbundesamt. 2023. Bausteine für die Transformation zu einem nachhaltigen Ernährungssystem. https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/bausteine-fuer-die-transformation-zu-einem Food System Economics Commission. 2024. Executive Summary.
03 – Food System Economics Commission. 2024. The economics of the food system transformation: Executive summary. Verfügbar unter: https://knowledge4policy.ec.europa.eu/publication/economics-food-system-transformation_enFood System Economics Commission. 2024. The economics of the food system transformation: Executive summary. Verfügbar unter: https://knowledge4policy.ec.europa.eu/publication/economics-food-system-transformation_en
04 – Springmann, M. 2023. Towards healthy and sustainable diets in Germany. Umweltbundesamt. https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/11740/publikationen/2023-05-10_texte_67-2023_towards_healthy.pdf
05 – Die Bundesregierung. 2024. Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme. Herausforderungen und Wege der Transformation, Zugriff über: https://www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/transformationsbericht-nachhaltige-entwicklung.pdf?__blob=publicationFile&v=5
01 – Nudging in der Schulverpflegung: ein Stups für mehr Klimaschutz und Gesundheit. https://www.hag-gesundheit.de/fileadmin/hag/data/Arbeitsfelder/Gesund_aufwachsen/Schule/VSSV/Vortrag_Nudging_in_der_Schulverpflegung_02.pdf
02 – Der Nutri-Score: Berechnung, Vor- und Nachteile: https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/themen/ernaehrung-lebensmittel/der-nutri-score-berechnung-vor-nachteile
03 – Planet-Score: https://n-bnn.de/planet-score
Die Landwirtschaft wurde durch gezielte Förderung von Agroforstsystemen, Paludikulturen und klimaresilienten Nutzpflanzen zukunftsfähiger gemachtBundesregierung. 2024. Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme – Herausforderungen und Wege der Transformation. Abgerufen 19. Juli 2025, von https://www.bundesregierung.de/resource/blob/992814/2290562/ad744a29bccadbb4415a380168a0f871/2024-05-31-transformationsbericht-agrar-ernaehrungssysteme-data.pdf Plötz, P., Rohde, C., Repenning, J., Auf der Maur, A., Becker, L., Braungardt, S., Deurer, J., Dünnebeil, F., Friedrichsen, N., Heidt, C., Hennenberg, K., Hermann, H., Jöhrens, J., Kasten, P., Köppen, S., Lutz, C., Scheffler, M., Thamling, N., & Wünsch, M. 2023. Quantifizierung der Treibhausgaswirkung von staatlichen Begünstigungen in Deutschland. Bericht zum Vorhaben „Wissenschaftliche Unterstützung Klimapolitik und Maßnahmenprogramm (14-BE-2203)“. Karlsruhe, Berlin, 2024. Abgerufen 19. Juli 2025, von https://www.oeko.de/publikation/quantifizierung-der-treibhausgaswirkung-von-staatlichen-beguenstigungen-in-deutschland/. Ein EU-weites Emissionshandelssystem für Treibhausgase aus der Landwirtschaft und die großflächige Wiedervernässung von Mooren reduzierten die Emissionen um 60 %[3]. Die aktive Förderung des Anbaus von Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse schuf neue Einkommensmöglichkeiten für Landwirte, während die Nutztierbestände sankenScheffler, M. & Wiegmann, K. 2022: Gesundes Essen fürs Klima. Auswirkungen der Planetary Health Diet auf den Landwirtschaftssektor. Greenpeace e.V., Hamburg. Abgerufen 19. Juli 2025, von https://www.greenpeace.de/publikationen/Gesundes%20Essen%20f%C3%BCr%20das%20Klima_0.pdf [3]. Die Einführung einer CO₂-Bepreisung für landwirtschaftliche Emissionen wurde mit einer sozial gerechten Mehrwertsteuerreform kombiniert: 0 % auf unverarbeitetes Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte bei gleichzeitiger Abschaffung der Mehrwertsteuervergünstigung auf tierische Lebensmittel und der Einführung einer Zuckersteuer nach britischem Vorbild.[3][8]Schaper, J., Franks, M., Koch, N., Plinke, C., & Sureth, M. 2025. On the emission and distributional effects of a CO2eq-tax on agricultural goods—The case of Germany. Food Policy, 130, 102794. https://doi.org/10.1016/j.foodpol.2024.102794. Ein Klimabonus aus den Einnahmen der CO₂-Steuer entlastete einkommensschwächere Haushalte bei der Umstellung auf eine nachhaltigere Lebensweise und sicherte so die soziale Verträglichkeit der Maßnahmen.
Klimabonus: Der Klimabonus bezeichnet ein umweltpolitisches Instrument, bei dem Einnahmen aus CO₂-Bepreisung oder anderen klimabezogenen Abgaben an die Bevölkerung zurückgegeben werden. Im Kontext der Landwirtschaft und Ernährung bedeutet dies konkret, dass Erlöse aus einer CO₂-Steuer auf landwirtschaftliche Güter pro Kopf an die Haushalte zurückgegeben werden. Ziel ist es, die ungleiche Mehrbelastung einer Klimabesteuerung für einkommensschwächere Haushalte abzumildern und gleichzeitig Anreize für klimafreundlicheres Verhalten zu schaffen.
01 – Agora Agrar. 2024. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Ernährung in einer klimaneutralen EU. Die Landnutzungssektoren als Teil eines nachhaltigen Ernährungssystems und der Bioökonomie. Deutsche Zusammenfassung. https://www.agora-agrar.de/publikationen/landwirtschaft-forstwirtschaft-und-ernaehrung-in-einer-klimaneutralen-eu [10]
02 – Schaper, J., et al. 2025. On the emission and distributional effects of a CO2eq-tax on agricultural goods—The case of Germany, Food Policy, Volume 130, https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0306919224002057
03 – Scheffler, M., Wiegmann, K. 2022. Gesundes Essen fürs Klima. Auswirkungen der Planetary Health Diet auf den Landwirtschaftssektor, Greenpeace e.V. Hamburg. https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/Planetary_Health_Diet_-Landwirtschaft.pdf [14]
Siehe auch die Zukunftsbilder „Landnutzungswandel und Böden“
01 – Der Landwirt des Jahres 2023
https://www.ceresaward.de/der-landwirt-des-jahres-2023-ist-martin-stiegler-aus-cadolzburg-in-bayern/
02 – Regenerative Agroforstlandwirtschaft auf der Bannmühle
https://www.oekolandbau.de/bio-in-der-praxis/oekologische-landwirtschaft/oekologischer-pflanzenbau/ag
https://moor.fnr.de/forschung-und-foerderung/ausgewaehlte-projekte/paludiallianz
03 – Chancenprogramm Höfe
https://www.bmleh.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2024/111-foerderung-proteinproduktion.html
Der Lebensmitteleinzelhandel übernahm Verantwortung durch die Einführung des Protein-Trackers und verpflichtete sich zu einem steigenden Anteil pflanzlicher Proteine auf mindestens 60 % sowie die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards innerhalb der LieferkettenPoore, J., & Nemecek, T. 2018. Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers. Science, 360(6392), 987–992. https://doi.org/10.1126/science.aaq0216 ProVeg. 2024. Proteinwende messbar machen. Wie die Erfassung des Proteinverhältnisses zum strategischen Instrument für den Einzelhandel wird. proveg.de. https://proveg.com/de/wp-content/uploads/sites/5/2024/03/Protein-Split-Positionspapier.pdf. Der verpflichtende Nutri-Score wurde um einen Umwelt- und Tierwohl-Score erweitert, was die Kaufentscheidung für nachhaltige Produkte erheblich erleichterteSander, M., Schafhausen, C., Saldern, L. V., Niessen, J., Harrer, F., Weber, C., Franz-Wippermann, R., Lambertz, C., Herzig, C., & Schader, C. 2025. Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? (S. 289). Umweltbundesamt. https://doi.org/10.60810/OPENUMWELT-7693. Verbindliche Ziele zur Reduktion von Zucker, Fett und Salz in verarbeiteten Lebensmitteln verbesserten deren Qualität[8] und sorgten für einen Rückgang ernährungsmitbedingter ErkrankungenMurray, C. J. L., Aravkin, A. Y., Zheng, P., Abbafati, C., Abbas, K. M., Abbasi-Kangevari, M., Abd-Allah, F., Abdelalim, A., Abdollahi, M., Abdollahpour, I., Abegaz, K. H., Abolhassani, H., Aboyans, V., Abreu, L. G., Abrigo, M. R. M., Abualhasan, A., Abu-Raddad, L. J., Abushouk, A. I., Adabi, M., … Lim, S. S. 2020. Global burden of 87 risk factors in 204 countries and territories, 1990–2019: A systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2019. The Lancet, 396(10258), 1223–1249. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)30752-2. Nudging-Maßnahmen, die Verbraucher:innen durch Informationen und die Platzierung nachhaltiger Produkte an prominenten Verkaufsstellen in Richtung eines gesünderen Einkaufsverhaltens „stupsten“, unterstützten die Transformation zusätzlich.
Protein-Tracker: Ein Protein-Tracker ist ein Mess- und Monitoringinstrument für den Lebensmitteleinzelhandel, dass das Verhältnis zwischen pflanzlichen und tierischen Proteinen im Sortiment und Verkauf systematisch erfasst und auswertet. Konkret dokumentiert der Protein-Tracker den Anteil pflanzlicher Proteinquellen (wie Hülsenfrüchte, Nüsse, pflanzliche Fleischalternativen) gegenüber tierischen Proteinen (Fleisch, Milchprodukte, Eier) sowohl im Angebot als auch in den tatsächlichen Verkaufszahlen eines Einzelhändlers. Das Instrument kann dabei gleichzeitig, je nach Ausgestaltung, die emissionsbezogene Klimawirkung, die Nachhaltigkeitsperformance und die strategische Planung des Supermarkt-Sortiment bewerten und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Aktuell haben beispielsweise ProVeg und der WWF Modelle zum Protein-Tracking veröffentlicht.
01 – Granados, P., et al 2025: Biggest Bang for the Buck: Kosteneffiziente Klimastrategien im deutschen Lebensmittelhandel. https://madrebrava.org/media/pages/insight/11bb5d3aa2-1737465764/biggest-bang-for-the-buck-kosteneffiziente-klimastrategien-im-deutschen-lebensmitteleinzelhandel.pdf.Granados, P., Guadarrama, E., Hoss-Kuhne, M., Willard, J., Muzi, N., Wall, F. 2025: Biggest Bang for the Buck: Kosteneffiziente Klimastrategien im deutschen Lebensmittelhandel. Quantis & Madre Brava. Verfügbar unter: https://madrebrava.org/media/pages/insight/11bb5d3aa2-1737465764/biggest-bang-for-the-buck-kosteneffiziente-klimastrategien-im-deutschen-lebensmitteleinzelhandel.pdf (Zugriff am: 28.01.2025).
02 – ProVeg. 2024. Proteinwende messbar machen. Wie die Erfassung des Proteinverhältnisses zum strategischen Instrument für den Einzelhandel wird. [18]
03 – Meyer, M., et al. 2024. Achieving a Plant-based Diet.Meyer, M., Halevy, S., Huggings, L.-M. & Loken, B. (2024): Achieving a Plant-based Diet. A Methodology for Retailers to Track Progress Towards Healthy, Sustainable Diets. WWF. https://wwfint.awsassets.panda.org/downloads/wwf-planet-based-diets-retailer-methodology.pdf
04 – Poore, J. & Nemecek, T. 2018. Reducing food´s environmental impacts through producers and consumers.[17]
05 – Sander, M.; et al. 2025. Wie nachhaltig sind die deutschen Supermärkte? Systematische Bewertung der acht umsatzstärksten Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels nach Umwelt-, Sozial- und Tierwohlkriterien. Umweltbundesamt. https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/11850/publikationen/07_2025_texte_supermaerkte.pdf
01- Questionmark – Superlist Project
02 – ALDI SÜD – Fortschrittsbericht zur Nachhaltigkeit 2024
03 – Gleichberechtigung auf dem Teller: LIDL in Deutschland gleicht die Preise für vegane Artikel der Eigenmarke Vemondo an
04 – Penny – Wahre Kosten
In der Gemeinschaftsverpflegung wurde der DGE-Qualitätsstandard verpflichtend. Programme wie „Kantine Zukunft“ schulten Küchenpersonal im Umgang mit pflanzlichen Alternativen[9]. Die kostenfreie Schulverpflegung wurde zum Katalysator für Ernährungsbildung und soziale Gerechtigkeit.
Die Gesundheitsversorgung integrierte klimasensible Beratung in alle Vorsorgeuntersuchungen[7]WBGU – Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen.2023: Gesund leben auf einer gesunden Erde. Berlin: WBGU. Verfügbar unter: https://www.wbgu.de/fileadmin/user_upload/wbgu/publikationen/hauptgutachten/hg2023/pdf/wbgu_hg2023.pdf.. Ärzt:innen wurden zu wichtigen Multiplikatoren für eine gesunde und nachhaltige Ernährung. Parallel dazu entstanden in vielen Kommunen Ernährungsräte, die lokale Versorgungsstrukturen vernetzten und politische Entscheidungen vorantriebenSchanz, H., Müller, C., Künkel, K., Boos, J., & Kühl, K. 2020. Kommunen gestalten Ernährungsumgebungen – Handlungsspielräume erkennen und nutzen. Hrsg.: Fachhochschule Münster. Abgerufen 19. Juli 2025, von https://www.researchgate.net/publication/340897876_Kommunen_gestalten_Ernahrung_-_Neue_Handlungsfelder_nachhaltiger_Stadtentwicklung Sipple, D. & Wiek, A. 2023. Kommunale Instrumente für die nachhaltige Ernährungswirtschaft. doi: 10.6094/UNIFR/235345..
Besonders wirksam war die Umsetzung der neun zentralen Empfehlungen des Bürgerrates „Ernährung im Wandel“, wie ein kostenfreies Mittagessen für alle Kinder, ein verpflichtendes staatliches Lebensmittellabel und die verpflichtende Weitergabe von genießbaren Lebensmitteln durch den LebensmitteleinzelhandelBürgerrat Ernährung. 2024: Bürgergutachten Empfehlungen des Bürgerrates „Ernährung im Wandel: Zwischen Privatangelegenheit und staatlichen Aufgaben“ an den Deutschen Bundestag. Verfügbar unter: https://www.bundestag.de/resource/blob/990580/155336448e845a9e129a04416b001036/buergergutachten_broschuere.pdf. Die Maßnahmen wurden wissenschaftlich begleitet, um den gesellschaftlichen und politischen Rückhalt abzusichern[8].
01 – Murray, C.; et al. 2020. Global burden of 87 risk factors in 204 countries and territories, 1990-2019: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2019
02 – Springmann, M.; et al. 2018. Health and nutritional aspects of sustainable diet strategies and their association with environmental impacts: a global modelling analysis with country-level detailSpringmann, M., Wiebe, K., Mason-D’Croz, D., Sulser, T. B., Rayner, M., & Scarborough, P. (2018). Health and nutritional aspects of sustainable diet strategies and their association with environmental impacts: A global modelling analysis with country-level detail. The Lancet Planetary Health, 2(10), e451–e461. https://doi.org/10.1016/S2542-5196(18)30206-7
03 – Schanz, H.; et al.; Kruse, S. (Hrsg.). 2020. Kommunen gestalten Ernährung – Neue Handlungsfelder nachhaltiger Stadtentwicklung. https://www.nachhaltige-zukunftsstadt.de/downloads/Kommunen_gestalten_Ernaehrung.pdf
04 – Hansen, H.; et al. 2024. Leitfaden zur klimasensiblen Gesundheitsberatung für die hausärztlichen Praxen. https://www.med.uni-wuerzburg.de/fileadmin/0300-planetaregesundheit/2024/KSGB_Leitfaden_Version_1.0_01.pdf
05 – EAT-Lancet – The Planetary Health Diet https://www.nachhaltige-zukunftsstadt.de/downloads/Kommunen_gestalten_Ernaehrung.pdf
06 – Klapp, A.-L.; et al. 2025. Recommendations to address the shortfalls of the EAT-Lancet planetary health diet from a plant forward perspectiveKlapp, A.-L., Wyma, N., Alessandrini, R., Ndinda, C., Perez-Cueto, A., & Risius, A. 2025. Recommendations to address the shortfalls of the EAT–Lancet planetary health diet from a plant-forward perspective. The Lancet Planetary Health, 9(1), e23–e33. https://doi.org/10.1016/S2542-5196(24)00305-X
01 – Germanwatch. 2021. Dein Handabdruck für die Agrar- und ErnährungswendeGermanwatch (2021). Dein Handabdruck für die Agrar‑ und Ernährungswende – Ein Do‑It‑Guide zum Loslegen. Abgerufen 19. Juli 2025, von https://www.germanwatch.org/sites/default/files/germanwatch_agrar-und_ernaehrungswende_do-it-guide.pdf
02 – Empfehlungen des Bürgerrates “Ernährung im Wandel” https://www.bundestag.de/resource/blob/990580/155336448e845a9e129a04416b001036/buergergutachten_broschuere.pdf
03 – Netzwerk Ernährungsräte Deutschland https://ernaehrungsraete.org/



